Begriffe

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Absinth

Absinth ist eine Spirituose, die aus der Wermutpflanze (Artemisia Absinthium) und einer Reihe anderer Kräuter wie etwa Anis, Fenchel, Melisse oder Ysop hergestellt wird.
Der Alkoholgehalt dieses Getränks liegt üblicherweise im Bereich zwischen 45 und 75%. Aufgrund des Chlorophylls der verwendeten Pflanzen hat er oft eine gelbliche bis grüne Färbung, weshalb er oft auch als `Grüne Fee´ bezeichnet wird. Nach der Zugabe von Wasser verändert sich aufgrund des Anisgehalts diese Farbe, der Absinth wird opak milchig, je nach Kräutermischung fällt die Trübung weißlich, gelblich, bläulich oder grünlich aus.


Absinthe

Französische und englische Schreibweise für Absinth.


Absinthiades

IMGP0047Eine seit 2000 alljährlich am ersten Oktoberwochenende in Pontariler stattfindende Veranstaltung.
Die Absinthiade ist das weltweit wohl wichtigste Treffen zum Thema Absinth, jedes Jahr findet dort eine Prämierung der besten Absinthe statt.


Blanche

Französische Bezeichnung für einen klaren, destillierten Absinth.


Bleue

Schweizer Bezeichnung für einen klaren, destillierten Absinth.


Färbung

Absinth ist nicht zwangsläufig grün, wie die Bezeichnung `Grüne Fee´ es vermuten lässt.
So sind die meisten klassischen Schweizer Absinthe `Bleues´, also klare Destillate, die sich bei Zugabe von Wasser weiß verfärben. Der Grossteil der französischen Destillate und Mazerate sind leicht gelb und verfärben sich mit Wasser beige. Die Grünfärbung einiger Absinthe resultiert aus einer nachträglichen Färbung mit Kräutern wie Minze, Ysop und Artemisia Pontica. Hierbei handelt es sich um verschiedene traditionelle Rezepturen, eine Aussage über Qualität oder Stärke kann man über die Färbung nicht treffen. Klare Absinthe sind meist etwas milder als gefärbte, jedoch gibt es auch hier viele Ausnahmen von der Regel. Daneben gibt es noch eine große Menge an meist preisgünstigeren Produkten, die mit künstlichn Farbstoffen versehen sind, diese Farbstoffe haben selbstverständlich keine Auswirkung auf Stärke oder Geschmack.


Fête de l´Absinthe

Ein alljährlich im Juni stattfindendes Treffen zum Thema Absinth in Boveresse im Val de Travers.

Die Fête de la Absinthe ist gewissermaßen das sommerliche Gegenstück zur Absinthiade, die im Oktober im benachbarten Pontarlier auf der französischen Seite der Grenze stattfindet.


Mazeration

Physikalisches Verfahren, bei dem in der Absinthherstellung Kräuter über eine gewisse Zeit meist unter Zufuhr von Wärme in Alkohol gelöst werden um deren Inhaltsstoffe freizusetzen.


Pontarlier

pontarlierFranzösische Kreisstadt im Département Doubs an der Schweizer Grenze.
Seit der Gründung von `Pernod Fils´ 1805 entwickelte sich Pontarlier im 19. Jahrhundert zum Zentrum der französischen Absinthproduktion. Aus einer Vielzahl von Brennereien wurde Absinth aus Pontarlier bis zum Verbot 1914 in weite Teile der Welt exportiert.


Thujon

Bicyclisches Monterpen, Bestandteil der ätherischen Öle verschiedener Pflanzen wie Wermut, Rosmarin, Thymian, Salbei oder Beifuß.
Der Aufbau des Thujon-Moleküls ist verwandt mit der Struktur des THC-Moleküls. Man unterscheidet zwischen den beiden Thujon-Isomeren α- und β-Thujon, wobei das α-Thujon etwa 2,3 mal stärker toxisch ist als β-Thujon. Für Absinth ist in der EU ein maximaler Gesamtthujongehalt von 10mg/kg erlaubt, für Bitterspirituosen, also auch für Absinthe die entsprechend deklariert sind, 35mg/kg.
AbsinthinDas natürliche Thujon des Absinths besteht aus etwa 70-90% β-Thujon. Neben dem Thujon enthält das Öl der Wermutpflanze noch eine Vielzahl anderer Moleküle, deren Wirkungen und Wechselwirkungen bis heute meist nicht ausreichend erforscht sind. Der angegebene Thujongehalt der Absinthe sagt also nichts über die Art des enthaltenen Thujons aus, auch erscheint es höchst fragwürdig, allein über den Thujongehalt auf die Wirksamkeit der Absinthe zu schliessen.
Der Thujongehalt der Absinthe aus der Zeit vor dem Verbot ist umstritten: Angaben von 60 bis 260 mg/kg erscheinen aufgrund oft mangelhafter Messtechniken im 19.Jahrhundert zweifelhaft, bei der Analyse eines alten Pernod-Absinthes wurde ein niedrigerer Thujon-Gehalt als bei heutigen Absinthen nachgewiesen.
Aus unserer praktischen Erfahrung ist es wesentlich sinnvoller anstelle von hochthujonigen Billigprodukten einen qualitativ hochwertigen Absinth eines erfahrenen Brenners zu wählen. Die Gesamtwirkung der ätherischen Öle in einem solchen Absinth ist meist um ein vielfaches stärker als die Angabe des reinen Thujongehalts es vermuten ließe.


Val de Travers

An Frankreich grenzendes Tal der Westschweiz im Kanton Neuchâtel.
Der District du Val-de-Travers grenzt an Frankreich und umfasst folgende Gemeinden: Boveresse, Buttes, Couvet, Fleurier, La Côte-aux-Fées, Les Bayards, Les Verrières, Môtiers, Noiraigue, Saint-Sulpice, Travers.
Das Klima ist geprägt von troval de traversckenen, warmen Sommern und langen, oft schon im Oktober beginnenden, kalten harten Wintern.
Der Hauptfluß des Val de Travers ist die Areuse, sowohl die Hauptstrasse 10 als auch eine Bahnlinie führen durch das Tal von Neuchâtel aus ins französische Pontarlier.
Seit dem 19. Jahrhundert wurde die ursprünglich landwirtschaftlich geprägte Gegend stark industrialisiert. Traditionell ansässige Wirtschaftszweige wie Uhrenproduktion, Spitzenklöpplerei und die Asphaltproduktion in Buttes wurden allmählich verdrängt von Feinmechanik, Mikrotechnik und Holzverarbeitung. Seit der Legalisierung 2005 ist auch die Absinthproduktion wieder ein wichtiger Wirtschaftsfaktor


Verte

Französische Bezeichnung für einen natürlich grün gefärbten Absinth.


Wermut

Unter Wermut versteht man eine Pflanzengattung aus der Familie der Korbblütler.
Der Begriff leitet sich vom westgermanischen `wermoda´ ab, die lateinische Bezeichnung ist `artemisia´. Im Volksmund ist Wermut auch als `Heilbitter´, `Wurmkraut´ oder `Magenkraut´ bekannt.
Wermutpflanzen findet man hauptsächlich in Eurasien bis hin zum Kaukasus, in Nordafrika und Nordamerika, die Pflanzen bevorzugen sandige, kalkhaltige Böden.wermut rev. Kopie
Für die Absinthherstellung verwendet man hauptsächlich den gemeinen Wermut (Artemisia absinthium L.), einen silbergrünen, 40-150cm hohen, Halbstrauch, daneben oft auch den römischen Wermut (Artemisia pontica L.). Verarbeitet werden alle oberirdischen Bestandteile der Pflanzen.
Wermut enthält hohe Konzentrationen an ätherischen Ölen und Bitterstoffen, darunter auch das Monoterpen Thujon. Der Gehalt ist abhängig vom Alter der Pflanze und der Jahreszeit: Im Juni und Juli enthält sie den höchsten Anteil an ätherischen Ölen, im September den höchsten Anteil an Bitterstoffen. Diese Bitterstoffe gaben der Pflanze auch ihren Namen: `absinthium´ leitet sich vom altgriechischen `apsinthion´ ab, das bedeutet so viel wie `ungeniessbar´.
Aufgrund der Inhaltstoffe wird Wermut bereits seit der Antike als Heilpflanze verwendet, vor allem werden ihm lindernde Wirkungen bei vielen Beschwerden im Magen- und Darmbereich zugeschrieben.
Wermut war überdies schon immer eine mystische Pflanze: So wird etwa er über ein Dutzend Mal in der Bibel erwähnt, war im alten Ägypten Bestandteil eines Liebeszaubers und galt im Mittelalter als wirksames Abwehrmittel gegen Hexenzauber.